Die Studienprogrammleitung 5 (Informatik) bietet allgemein drei Bachelorcurricula an: Bachelor Informatik (Informationen auf dieser Seite), Bachelor Wirtschaftsinformatik und Bachelor UF Digitale Grundbildung und Informatik.
- Der Bachelor Informatik ist ein reines Informatikstudium.
- Der Bachelor Wirtschaftsinformatik ist ebenfalls ein Informatikstudium, hat allerdings einen etwas kleineren Wahlbereich als der Bachelor Informatik und enthält stattdessen einige Wirtschaftsfächer (z. B. ABWL, Unternehmensrecht) sowie wirtschaftsinformatische Lehrveranstaltungen wie Enterprise Information Systems.
- Der Bachelor UF Digitale Grundbildung und Informatik ist ein Lehramtsstudium. Er ist für alle Studierenden, die gerne Informatik- und Digitale-Grundbildung-Lehrer (v.a. an AHS oder Mittelschulen) werden möchten.
Im Folgenden geht es ausschließlich um den Bachelor Informatik in der aktuell gerade gültigen Form.
| Abschluss | Bachelor of Science (BSc) |
|---|---|
| Regelstudiendauer | 6 Semester (3 Jahre) |
| Umfang | 180 ECTS-Punkte |
| Sprache | Deutsch und Englisch |
| Aktuelle Version | 1. Oktober 2022; letzte Änderung mit 1.10.2025 |
| Studienkennzahl | UA 033 521 |
| Curriculum | Konsolidierte Fassung (PDF) |
| Semesterplan | siehe hier |
Auf dieser Seite wird der Aufbau des Curriculums Bachelor Informatik (Version 2022) in einfachen Worten beschrieben. Bitte beachtet, dass hier nicht auf alle Einzelheiten eingegangen wird!
Aufbau des Curriculums
Das Curriculum ist in fünf große Bereiche (Modulgruppen) aufgeteilt:
- STEOP-Phase – Studieneingangs- und Orientierungsphase (18 ECTS)
- Kerninformatik (Core Informatik, 81 ECTS)
- Mathematische Grundlagen (24 ECTS)
- Wahlbereich (45 ECTS)
- Bachelorarbeit (12 ECTS)
Bitte beachtet, dass es gruppeninterne sowie gruppenübergreifende Voraussetzungen gibt! Es ist daher sehr empfehlenswert, sich an den Semesterplan zu halten!
STEOP-Phase – Studieneingangs- und Orientierungsphase (18 ECTS)
Die Studieneingangs- und Orientierungsphase soll einen grundlegenden Überblick über wichtige Inhalte im Studium bieten. De facto ist sie dafür da, dass Studierende herausfinden, ob das gewählte Studium das richtige für sie ist. Daher ist die vollständige Absolvierung der STEOP Voraussetzung für sämtliche anderen Lehrveranstaltungen, mit Ausnahme der VO Informatik und Recht und der VO und UE Theoretische Informatik.
Die STEOP besteht seit 1. Oktober 2025 aus 3 Modulen mit insgesamt 5 Lehrveranstaltungen, nämlich:
- Modul Technische Grundlagen der Informatik
In diesem Modul geht es um Grundlagen der Informatik, also beispielsweise darum, wie ein Computer rechnet. Es werden verschiedene Rechnermodelle vorgestellt, in das Rechnen mit Binärzahlen eingeführt, eine kurze Geschichte der Informatik vorgetragen sowie Aussagenlogik und digitale Schaltungen durchgenommen.
Das Modul besteht aktuell aus zwei Lehrveranstaltungen:- Vorlesung Technische Grundlagen der Informatik mit 4 ECTS – Frontalvortrag des Stoffs
- Übung Technische Grundlagen der Informatik mit 2 ECTS
Im Rahmen der Übung sind u.a. Übungsaufgaben selbstständig zu lösen und vor Ort vorzutragen.
- Modul Mathematische Grundlagen der Informatik
In diesem Modul lernen Studierende elementare mathematische Grundlagen, die in der Informatik wichtig sind, wie Konzepte aus Mengenlehre, Arithmetik und Algebra, lineare Algebra, analytische Geometrie und Graphentheorie. Beispielsweise werden Gauß-Elimination erklärt, die Definitionen von Strukturen wie Gruppen, Vektorräumen u.d.g.l. gelehrt und vollständige Induktion durchgenommen. Seit Winter 2025 ist auch Kombinatorik ein Bestandteil der Lehrveranstaltung.
Das Modul besteht aktuell ebenfalls aus zwei Lehrveranstaltungen:- Vorlesung Mathematische Grundlagen der Informatik mit 4 ECTS – Frontalvortrag des Stoffs
- Übung Mathematische Grundlagen der Informatik mit 2 ECTS
Im Rahmen der Übung sind u.a. Übungsaufgaben selbstständig zu lösen und vor Ort vorzutragen. Im Wintersemester 2025 gab es außerdem auch zwei Tests. Der genaue Aufbau und die Leistungsfeststellung kann sich allerdings von Semester zu Semester ggf. ändern.
- Modul Programmierung 1
Das Modul besteht aus nur einer Lehrveranstaltung, der VU (Vorlesung mit integrierter Übung) Programmierung 1. Es wird eine Einführung ins Programmieren geboten, wobei die Programmiersprache C++ gelehrt wird. Es wird mit ganz grundlegenden, einfachen Beispielen und Konzepten angefangen, aber relativ schnell komplizierter. Die Themen umfassen u.a. einfache prozedurale Progammierung, Funktionen, Schleifen/Bedingungen, Rekursionen, Klassen und Strukturen etc.
Der Stoff wird jede Woche in einer Vorlesungseinheit erklärt und anschließend in einer Übungseinheit (vor Ort in einem PC-Labor) praktisch angewendet. Anwesenheitspflicht gibt es zwar keine (die Vorlesungseinheit wird auch gestreamt und aufgezeichnet), allerdings wird sie sehr dringend empfohlen!
Es müssen verpflichtend Hausübungsbeispiele gelöst und abgegeben werden. Außerdem gibt es am Ende des Semesters einen theoretischen Test (C++-Programme lesen und den Output exakt aufschreiben) und eine Abschlussklausur, wo selbstständig ein C++-Programm geschrieben werden muss. Für Test und Abschlussklausur gibt es pro Semester aktuell je 3 Termine, von denen das beste Ergebnis für die Note zählt. (Achtung: Diese Regelung gibt es (fast) nur in dieser Lehrveranstaltung – sie ist nicht allgemein gültig und als Entgegenkommen an Studierende zu verstehen.)
Wie bereits erwähnt, ist der positive Abschluss aller 3 dieser eben genannten Module Voraussetzung, um Lehrveranstaltungen des 2. (bzw. eines höheren) Semesters machen zu können! Ohne positiven Abschluss können laut Curriculum lediglich folgende Module zusätzlich gemacht werden, deren Abschluss ebenfalls im 1. Semester empfohlen wird:
- Modul Theoretische Informatik (bestehend aus 4 ECTS Vorlesung und 2 ECTS praktischer Übung)
- Vorlesung VO Informatik und Recht
Durch eine Satzungsänderung im September 2025 ist es nun auch möglich, schon ohne abgeschlossene STEOP Lehrveranstaltungen aus dem VVZ-Kapitel „Studienstart Plus“ zu machen. Diese Lehrveranstaltungen sollen ergänzende Angebote sein, die euch den Einstieg ins Studium erleichtern. Ihr könnt die erreichten ECTS später im Wahlbereich (statt Modul W2) verwenden. Das Lehrangebot findet ihr hier.
Wenn ihr im 1. Semester seid, legt euren Fokus unbedingt auf den Abschluss der STEOP! Ohne STEOP könnt ihr praktisch nicht weiterstudieren, sondern müsst zuerst die fehlende LV der STEOP nachholen. D.h. es kann aktuell passieren, dass ihr z.B. fast alle LVen des Semesterplans gemacht habt, aber ihr seid z.B. in der Übung Mathematische Grundlagen der Informatik 1 durchgefallen. Dann müsst ihr im 2. Semester diese Übung machen und könnt nicht mit LVen des 2. Semesters fortfahren! Alle Lehrveranstaltungen und Module (mit Ausnahme der gerade genannten) haben die STEOP als unbedingte Voraussetzung!
Kerninformatik (Core Informatik, 81 ECTS)
In diesem Bereich fallen fast alle Grundlagen-Lehrveranstaltungen aus dem Bereich Informatik, d.h. jene Lehrveranstaltungen bzw. Informatikinhalte, die alle Informatikstudierenden am Ende ihres Bachelorstudiums unbedingt können müssen. Beispielsweise vertiefende Module der Programmierung (z.B. Programmierung 2, Programmiersprachen und Konzepte), Algorithmen und Datenstrukturen, Software Engineering, Datenbanksysteme und vieles mehr.
Wir gehen hier nicht im Detail auf die einzelnen Lehrveranstaltungen ein. Bitte werft einen Blick ins Curriculum, ins Vorlesungsverzeichnis oder (insbesondere für Erfahrungsberichte aus den einzelnen Lehrveranstaltungen) ins Vorlesungswiki.
Mathematik (24 ECTS)
Dieser Bereich umfasst jene mathematischen Grundlagen, die für das Verständnis informatischer Konzepte erforderlich sind. Behandelt werden unter anderem weiterführende mathematische Grundlagen linearer Algebra, diskrete Mathematik, Statistik sowie numerische Methoden, jeweils mit starkem Bezug zur Informatik.
Die Mathematikmodule unterstützen insbesondere das Verständnis von Algorithmen, Modellierung, Analyse und theoretischen Informatikthemen. Wir gehen hier nicht im Detail auf die einzelnen Lehrveranstaltungen ein. Bitte werft einen Blick ins Curriculum, ins Vorlesungsverzeichnis oder (insbesondere für Erfahrungsberichte aus den einzelnen Lehrveranstaltungen) ins Vorlesungswiki.
Wahlbereich (45 ECTS)
Im Wahlbereich könnt ihr euch nach euren persönlichen Vorstellungen vertiefen! Wählt hier jene Lehrveranstaltungen, die euch interessieren! Lehrveranstaltungen des Wahlbereichs werden gemeinhin auf Englisch abgehalten.
Unsere Wahllehrveranstaltungen sind in sogenannten Clustern (vormals Wahlmodulgruppen genannt) strukturiert. Ein Cluster ist quasi eine Gruppe von thematisch verwandten Lehrveranstaltungen. Ein jeder dieser Cluster hat eine Einführungslehrveranstaltung, genannt Gatekeeper-Lehrveranstaltung oder kürzer Gatekeeper; diese jeweilige Lehrveranstaltung ist Voraussetzung für alle vertiefenden Lehrveranstaltungen des jeweiligen Clusters (Ausnahme: Cluster Algorithms hat 2, beide zusammen zählen als Gatekeeper!).
Beispiel:
Du interessierst Dich vielleicht ungemein für die Funktionsweise von Sprachmodellen wie ChatGPT. Daher willst Du unbedingt die VUen Natural Language Processing und Deep Learning for Natural Language Processing besuchen.
Diese sind im Cluster Data Mining beheimatet. Um vertiefende Lehrveranstaltungen (wie NLP) machen zu können, musst Du zuerst die Einführungslehrveranstaltung für den Cluster Data Mining, genannt VU Foundations of Data Analysis, machen. Anschließend kannst Du die von Dir gewünschten LVen machen.
Im Rahmen eures Studiums müsst ihr mindestens 30 ECTS aus mindestens 2 dieser Cluster wählen, wobei jeder gewählte Cluster mit mindestens 6 ECTS abgedeckt sein muss. Lehrveranstaltungen können übrigens auch in mehreren Clustern gelistet sein; in diesem Fall reicht es, einen der Gatekeeper zu haben. Beachtet bitte außerdem, dass nicht jedes Semester dieselben Lehrveranstaltungen angeboten werden!
Momentan gibt es folgende Cluster:
- Cluster Algorithms
Gatekeeper: VU Algorithms and Data Structures 2 (3 ECTS) in Kombination mit VU Numerical Algorithms (3 ECTS)In diesem Cluster geht es um das Verstehen und Entwickeln von (in gewisser Hinsicht effizienten) Algorithmen, also systematischen Verfahren zur Lösung von Problemen. Ihr lernt, wie man Programme und Rechenverfahren effizient entwirft und beurteilt sowie die Korrektheit dieser Verfahren überprüft und die asymptotische Laufzeit angibt – z. B. für Such‑ und Sortieralgorithmen oder numerische Berechnungen.
Der Cluster ist quasi zweigeteilt: Einerseits gibt es etliche Lehrveranstaltungen in Richtung formaler Methoden (mathematische Beweise für die Laufzeit oder Korrektheit von Algorithmen u.d.g.l., abstrakte Konzepte etc.), andererseits gibt es aber auch Lehrveranstaltungen in Richtung des klassischen Scientific Computing, wo es z. B. darum geht, die Rechenfehler in numerischen Verfahren einschätzen und minimieren zu können etc.
- Cluster Computer Graphics
Gatekeeper: VU Foundations of Computer Graphics (6 ECTS)Auch dieser Cluster ist inhaltlich quasi zweigeteilt:
Einerseits gibt es einige Lehrveranstaltungen in Richtung Graphik am Computer (3D‑Modelle oder Animationen auf dem Computer erzeugen, z. B. für Spiele oder Simulationen), andererseits gibt es Lehrveranstaltungen in Richtung der Erstellung von Visualisierungen. - Cluster Data Analysis
Gatekeeper: VU Foundations of Data Analysis (6 ECTS)Hier lernt ihr Methoden, um Daten auszuwerten und Muster zu erkennen – etwa Grundlagen der Statistik, Data Mining oder Visualisierung großer Datensätze. Diese Fähigkeiten helfen euch, Rohdaten in verwertbares Wissen zu verwandeln.
Inhalte sind beispielsweise Supervised vs. Unsupervised Learning, Clustering-Algorithmen, Neuronale Netze, Large Language Models (LLMs) und vieles mehr.
- Cluster Information Management & Systems Engineering
Gatekeeper: VU Information Management & Systems Engineering (6 ECTS)In diesem Cluster geht es um Datenverwaltung, Knowledge Engineering und Process Mining. Inhalte sind etwa Datenbanken (incl. NoSQLs) aber auch regelbasierte Systeme, First-Order- und Fuzzy-Logic.
- Cluster Internet Computing & Software Technologies
Gatekeeper: VU Distributed Systems Engineering (6 ECTS)Dieser Bereich umfasst Konzepte und Technologien für verteilte Systeme, Web‑Technologien (REST vs. SOAP u.v.m.) und moderne Softwareentwicklung. Ihr lernt Patterns für das Software Engineering, wie verteilte Software (Microservices u.a.) arbeitet, wie man in der Cloud rechnet u.v.m.
- Cluster Medical Informatics (früher genannt: Medizininformatik)
Gatekeeper: VU Methoden der medizinischen Informatik (6 ECTS)In diesem Cluster verbindet ihr Informatik mit Gesundheits‑ und Medizinfragen, z. B. Verarbeitung medizinischer Daten und IT‑Unterstützung in klinischen Abläufen. Studierende werden in die biomedizinischen Terminologien eingeführt und mit Ontologie vertraut gemacht, vertiefen aber auch Themen des Datenschutzes und der Ethik. Inhalte sind desweiteren Bildverarbeitung (Image Pattern Recognition, Edge Detection u.a.) und Biosignalverarbeitung u.v.m.
Das besondere an diesem Cluster ist, dass er gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien angeboten wird. Einige Lehrveranstaltungen finden also an der Uni Wien statt, andere auf der Meduni Wien (welche das sind, steht im Vorlesungsverzeichnis dabei). Für jene auf der Meduni ist eine Mitbelegung erforderlich (Fristen beachten!).
- Cluster Digital Media Technologies (früher genannt: Multimedia)
Gatekeeper: VU Signal and Image Processing (6 ECTS)In diesem Cluster geht es u.a. um Audio-/Video-/Bildencodings und Kompressionsalgorithmen. Auch Web Crawling, Indexing, Link Analysis und Bildverarbeitung (Image Pattern Recognition, Edge Detection u.a.) sind jedoch Themata.
- Cluster Networks
Gatekeeper: VU Foundations of Networked Systems (6 ECTS)In diesem Cluster geht es um Netzwerke und Kommunikation, also wie Computer miteinander verbunden sind, wie Daten übertragen werden und wie Netzwerke sicher und effizient funktionieren. Ein weiteres Thema sind hier allerdings auch z. B. Strukturen sozialer Netzwerke und kooperative Systeme.
- Cluster Parallel Computing
Gatekeeper: VU Parallel Computing (6 ECTS)Hier lernt ihr, Programme und Systeme zu entwerfen, die gleichzeitig mehrere Rechenkerne oder Rechner nutzen, z. B. im High‑Performance‑Bereich oder bei großen Simulationen. Es geht also im Kern darum, Programme so zu entwerfen, dass sie auf mehr CPU-Kernen oder CPUs schneller arbeiten als auf einem einzelnen. Es gibt aber hier u.a. auch eine Lehrveranstaltung in Richtung Compilerbau.
- Cluster Security
Gatekeeper: VU Information Security Management (6 ECTS)In diesem Cluster stehen IT‑Sicherheit und Schutz von Daten/Systemen im Mittelpunkt. Ihr beschäftigt euch mit Authentifizierung, Verschlüsselung und allgemeinen Prinzipien der sicheren Software‑ und Systemgestaltung. Inhalte von Lehrveranstaltungen umfassen beispielsweise Grundlagen der Kryptographie, symmetrische und asymmetrische Verschlüsselung, Code Obfuscation (Schutz von Programmen vor Analyse und Reverse Engineering), Software Fingerprinting (Schutz gegen unauthorisierte Verteilung/Kopie von Software), Software Tamperproofing (Schutz vor Modifikation von Software), Blockchain, Network Security u.v.m.
Wie bereits geschrieben, müssen mindestens 30 ECTS der 45 ECTS aus mindestens 2 Clustern gewählt werden (das ist das Modul W1). Für die restlichen 15 ECTS des Wahlbereichs gilt:
- Es können weitere Lehrveranstaltungen aus den (bereits gewählten!) Clustern absolviert werden.
D. h. man kann somit im Bachelor insgesamt zwischen 30 und 45 ECTS aus den Clustern wählen, wobei man im gesamten Wahlbereich Lehrveranstaltungen aus mindestens 2 Clustern und maximal 5 Clustern absolvieren darf/muss (wenn eine LV in mehreren Clustern ist, ist das kein Problem, Anm.).
- Es kann ein Erweiterungscurriculum (kurz: EC) im Ausmaß von (mindestens) 15 ECTS absolviert werden.
ECs sind vorgegebene Lehrveranstaltungskombinationen im Ausmaß von 15, 16, 17, 18 oder 30 ECTS. Bei der Wahl des Erweiterungscurriculums habt ihr kaum Einschränkungen, ihr könnt also das aussuchen, worauf ihr Lust habt. Die einzige Einschränkung ist, dass das EC „fachfremd“ sein muss. Das bedeutet, es ist insbesondere nicht zulässig, die ECs Computational Thinking oder Künstliche Intelligenz verstehen zu wählen, alle anderen können aber gewählt werden. Hat euer gewähltes Erweiterungscurriculum einen Umfang von mehr als 15 ECTS, so „verliert“ ihr die überzähligen ECTS-Credits, die meisten EC haben aber ohnehin einen Umfang von 15 ECTS. Eine Liste der Erweiterungscurricula findet ihr hier.
Erweiterungscurricula sind ideal, wenn ihr zwar Informatik studieren wollt, aber gleichzeitig auch an einem anderen Wissensgebiet interessiert seid oder einmal über den Tellerrand der Informatik hinausblicken wollt. So könnt ihr beispielsweise Informatik studieren, aber wenn ihr wollt auch einzelne Lehrveranstaltung zum Thema Neugriechische Sprache und Kultur o.ä. besuchen.
- Es kann eine Lehrveranstaltung der Erweiterungslisten besucht werden. Das sind Lehrveranstaltungen, die zwar thematisch zur Informatik passen (also fachnah sind), aber zum Teil von anderen Studienprogrammleitungen angeboten werden oder doch etwas weiter entfernt sind (oder einfach in keinen Cluster passen). Die Erweiterungslisten haben mit der Einführung der Alternativen Erweiterungen (AE; siehe nächster Punkt) ein wenig an Bedeutung verloren. Relevant sind sie aber u.a. noch, wenn man unbedingt ein Label auf seinem Abschluss stehen haben möchte.
- Es können Lehrveranstaltungen als Alternative Erweiterung (AE) gewählt werden.
Als Alternative Erweiterungen zählen faktisch fast alle Lehrveranstaltungen postsekundärer Bildungseinrichtungen – das heißt, euch steht beinahe das komplette Lehrangebot der Universität offen. Diese Lehrveranstaltungen müssen keinen Informatikbezug haben!
Ein paar Einschränkungen gibt es jedoch zu beachten:- Es können keine Leistungen angerechnet werden, die für die Zulassung zum Studium verwendet wurden (z.B. die Deutschprüfung C1 nicht; ein Sprachkurs wie Griechisch am Sprachenzentrum hingegen wäre möglich).
- Die Teilnahmevoraussetzungen für Lehrveranstaltungen/Prüfungen aus dem Curriculum gelten auch dann, wenn die Lehrveranstaltungen in den Alternativen Erweiterungen absolviert werden; man kann also keine Voraussetzungen umgehen.
Ihr habt also eine sehr große Auswahl an Lehrveranstaltungen, die ihr wählen könnt. Unsere Empfehlung lautet, die 15 ECTS eher nicht aus den Cluster zu wählen, zumindest aber nicht zu viel aus einem einzelnen Cluster zu machen. Das hat folgende Gründe:
- Die Möglichkeit des Erweiterungscurriculums (EC), der Erweiterungslisten sowie der Alternativen Erweiterungen (AE) gibt es nur im Bachelor. Im Master könnt ihr aus diesen Möglichkeiten leider aktuell de facto nicht wählen. Das Angebot an regulär wählbaren Lehrveranstaltungen ist im Master aktuell also tatsächlich kleiner als im Bachelor!
- Aufgrund der Struktur wäre es theoretisch möglich, mit Hilfe der Module W1 und W2 alleine im Bachelor bis zu 39 ECTS aus nur einem Cluster zu wählen. Tatsächlich stehen pro Cluster aktuell aber nur rund 30 ECTS zur Verfügung. Über nicht regelmäßig angebotene Lehrveranstaltungen mag es (zumindest teilweise) möglich sein, dies tatsächlich so zu studieren.
ABER: Euch sollte klar sein, dass ihr – sofern ihr den Master auch an der Uni Wien machen wollt – dann manche Ausprägungen (Data Science, Scientific Computing o.ä.) ggf. nicht mehr machen könnt, weil es nicht mehr genügend Lehrveranstaltungsangebot in einem bestimmten Schwerpunkt gibt. Es gilt nämlich, dass man Lehrveranstaltungen, die man bereits im Bachelor absolviert hat, nicht noch einmal im Master machen (oder anerkennen lassen) darf. („Informatik Allgemein“ ist für euch aber natürlich weiterhin offen.)
D.h.: Wenn ihr für den Master an der Uni Wien bleiben wollt, solltet ihr bei der Wahl eurer Lehrveranstaltungen (v.a. wenn ihr sehr viele LVen aus nur einem Cluster wählt) bereits im Auge haben, was ihr im Master dann noch wählen könnt, damit euch dann nicht nur noch Dinge übrig bleiben, die euch gar nicht interessieren.
Bachelorarbeit (12 ECTS)
Es ein Bachelorseminar mit einer gemeinsamen (verpflichtenden!) Vorbesprechung. Idealerweise informiert ihr euch aber bereits vor Beginn des Semesters, in dem ihr eure Bachelorarbeit schreiben wollt, bei wem und in welchem Bereich ihr sie schreiben wollt. Spätestens bis zum Ende der Abmeldefrist muss man nämlich einen Betreuer gefunden haben!
Wie die Bachelorarbeit abläuft, ist sehr vom gewählten Betreuer abhängig. Letztlich gibt es meistens verschiedene Meilensteine, wozu man oft seinen Fortschritt abgeben oder präsentieren muss. Letztlich muss man das aber mit dem jeweiligen Betreuer vereinbaren!
Einige Forschungsgruppen oder potentielle Betreuer veröffentlichen Themenvorschläge oder vergangene Themen auf ihrer Webseite. Diese können ein guter Anhaltspunkt sein. Eigene Vorschläge und Ideen sind aber auch immer Willkommen!
Themenvorschläge:
- Forschungsgruppe Theory and Applications of Algorithms
Potentielle Betreuer: Wilfried Gansterer, Kathrin Hanauer, Gramoz Goranci u.a.
Bereich: Algorithmen, Scientific Computing u.v.m. - Forschungsgruppe Cooperative Systems
Potentielle Betreuer: Peter Reichl u.a.
Bereich: Netzwerke, Human Computer Interaction, Internet of Things u.a. - Forschungsgruppe Data Mining
Potentielle Betreuer: Claudia Plant, Nils Kriege, Benjamin Roth, Sebastian Schuster, Sebastian Tschiatschek, Yllka Velaj u.a.
Bereich: Data Mining, Machine Learning, Natural Language Processing u.v.m. - Forschungsgruppe EDEN Education, Didactics and Entertainment Computing
Potentieller Betreuer: Helmut Hlavacs
Bereich: Entertainment Computing, Renderung, Graphics, Game Engines u.v.m. - Forschungsgruppe Multimedia Information Systems
Potentielle Betreuer: Wolfgang Klas, Gerald Quirchmayr
Bereich: Multimedia, Multimedia content, Multimedia systems, Blockchain Technologies u.v.m. - Forschungsgruppe Scientific Computing
Potentielle Betreuer: Siegfried Benkner, Atakan Aral, Enes Bajrovic, Eduard Mehofer und weitere
Bereich: Programming Models, Languages and Concepts, Parallel Computing, Programming of heterogeneous parallel systems, Cloud Computing, Edge Computing and Edge AI u.v.m. - Forschungsgruppe Security and Privacy
Potentielle Betreuer: Edgar Weippl, Sebastian Schrittwieser u.a.
Bereich: Security, v.a. Software Protection und Blockchain - Forschungsgruppe Software Architectures
Potentieller Betreuer: Uwe Zdun
Bereich: Software Engineering, Microservices, ... - Forschungsgruppe Visualization and Data Analysis
Potentielle Betreuer: Torsten Möller, Daniel Pahr u.a.
Bereich: Data Visualization, Human Computer Interaction, Human Data Interaction, Data Physicalization u.a. - Forschungsgruppe Workflow Systems and Technologies
Potentielle Betreuer: Han van der Aa u.a.
Bereich: Process Mining u.v.m.
Von den restlichen Gruppen (u.a. Communication Technologies, Medizininformatik und Neuroinformatik) oder Personen sind uns keine öffentlich zugänglichen Webseiten bekannt. Schaut bitte ggf. auf die Folien der Vorbesprechung oder kontaktiert potentielle Betreuer (möglichst früh) direkt per E-Mail mit Ideen!
In der Regel besteht eine Bachelorarbeit aus einer (Software-)Implementierung und einer schriftlichen Arbeit. Umfang sowohl der Software-Implementierung als auch der schriftlichen Arbeit können aber je nach Betreuer und Thema sehr stark variieren. (Auch komplett theoretische Themen ohne praktischer Implementierung sind abhängig vom Betreuer ggf. möglich.) Das LaTeX-Template für die Bachelorarbeit findet ihr hier (und hier direkt auf Overleaf).
Schwerpunkte (Labels)
Die Wahl eines Labels ist freiwillig! Studiert ihr, ohne dass ihr ein Label haben wollt, habt ihr wesentlich mehr Wahlangebot an Lehrveranstaltungen und mehr Freiheiten. Wir raten euch aktuell daher dezidiert davon ab, im Bachelor auf ein Label hin zu studieren, vor allem, wenn ihr vor habt, auch euren Master auf der Uni Wien zu machen!
Unsere Gründe für diese Empfehlung sind:
- Die Möglichkeit des Erweiterungscurriculums (EC), der Erweiterungslisten sowie der Alternativen Erweiterungen (AE) gibt es nur im Bachelor. Im Master könnt ihr aus diesen Möglichkeiten leider aktuell de facto nicht wählen. Das Angebot an regulär wählbaren Lehrveranstaltungen ist im Master aktuell also tatsächlich kleiner als im Bachelor!
- Pro Cluster gibt es nur ein begrenztes Angebot an Lehrveranstaltungen. Im Bachelor und im Master dasselbe Label zu wählen, geht sich zwar aktuell meistens aus (wenn man alle selten angebotene Lehrveranstaltungen ebenfalls dazurechnet; Garantie gibt es keine!), bedeutet allerdings, dass man teilweise sämtliche Lehrveranstaltungen eines oder mehrerer Cluster dafür machen muss. Damit hat man dann in diesem Gebiet im Extremfall gar keine Wahlfreiheit mehr! Es gilt in jedem Fall, dass man Lehrveranstaltungen, die man bereits im Bachelor absolviert hat, nicht noch einmal im Master machen (oder anerkennen lassen) darf.
Unsere Empfehlung lautet, stattdessen entweder Lehrveranstaltungen mehrerer Cluster zu machen, oder ein Erweiterungscurriculum oder eine Alternative Erweiterung zu absolvieren und euren Horizont im Bachelor zu erweitern. Sonst könnte es sein, dass ihr dies im Master dann bereut (wir sprechen aus Erfahrung ...).
Im Master, so ihr an der Uni Wien bleibt, habt ihr dann noch genug Möglichkeiten, euch zu spezialisieren.
Ihr könnt optional mit einen Schwerpunkt (genannt Label) abschließen, indem ihr bei der Wahl eurer Lehrveranstaltungen bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Mögliche Labels sind aktuell:
- Data Science
- Medieninformatik
- Medizininformatik
- Scientific Computing
- Language Technology (geplant; es kann aktuell noch nicht mit diesem Schwerpunkt abgeschlossen werden)
Welche Voraussetzungen ihr erfüllen müsst, um das jeweilige Label zu erreichen, ist u.a. im Curriculum oder auf dieser Webseite beschrieben.
Zulassung – Voraussetzungen und Ablauf
Um den Bachelor Informatik an der Universität Wien beginnen zu können, müsst ihr ein Zulassungsverfahren absolvieren. Dieses besteht aus
- einer formalen Zulassung (z. B. mit Matura oder gleichwertigem Abschluss) und
- einem Aufnahmeverfahren.
Im Rahmen des Aufnahmeverfahrens müsst ihr an einem Reihungstest teilnehmen. Insgesamt gibt es 415 Plätze für Informatik und Wirtschaftsinformatik gemeinsam, d. h. die besten 415 Leute, die am Test teilgenommen haben, bekommen einen Studienplatz. Der Test ist nicht stark fachspezifisch. Es wird kein spezielles Informatik-Vorwissen vorausgesetzt. Stattdessen werden vor allem geprüft:
- grundlegendes logisches und analytisches Denken
- Textverständnis Deutsch und Englisch
- einfache mathematische Kompetenzen
- allgemeine kognitive Fähigkeiten
Das bedeutet: Auch wenn ihr noch nie programmiert habt, könnt ihr den Test bestehen. Umgekehrt garantiert ein starkes Informatik-Vorwissen allein noch kein positives Ergebnis.
- Der Test findet nur 1x pro Jahr im Sommer statt. D.h. auch wenn ihr erst im nächsten Sommersemester zu studieren anfangen wollt, müsst ihr trotzdem schon im Sommer den Test machen! Dieser gilt dann für das kommende Jahr (also das kommende Winter- und Sommersemester), danach „verfällt“ er.
- Achtet unbedingt darauf, keine Fristen zu versäumen!
- Wenn ihr alle Fristen beachtet, zum Test erscheint und euch die Literatur ein wenig durchgelesen habt, braucht ihr euch aber normalerweise überhaupt keine Sorgen zu machen.
Um es etwas klarer auszudrücken: Nach unserer Erfahrung bekommen alle Leute, die beim Test erscheinen und sowohl Englisch als auch Deutsch sinnerfassend lesen können, einen Studienplatz.
Alle Infos zum Zulassungsverfahren incl. Zulassungsfristen findet ihr hier.
Weitere Informationen
- Konsolidierte Fassung des Curriculums
- Semesterplan
- Erklärung der Lehrveranstaltungstypen (VO, VU, UE, ...)
- Bachelor Informatik auf der Webseite der Fakultät
- Einführungstag Enter-Day im Beginn jedes Wintersemesters auf der Webseite der Fakultät
- Anmeldung zu Lehrveranstaltungen und Prüfungen
- Infos zur Zulassung
- Übersicht über alle Curricula und deren Änderungen
- Kontakt